Weihnachtszeit – Geschenke

Geschenke

Geschenke

Das ist natürlich ein heikles Thema.

Soll man sich etwas schenken oder nicht? Und wie steht es mit den Kindern? Und wenn ja, dann was? Und… wie viel? Was Praktisches? Was Schönes? Und bloß keine Socken! Und keinen Staubsauger!

Ich kenne Paare, die schenken sich gegenseitig seit Jahren nichts mehr. Sie sind sozusagen aus dem Rummel ausgestiegen.

Und ich kenne Familien, bei denen sich die Geschenke für die Kinder richtig hoch türmen, vor allem wenn Großeltern, Onkel und Tante auch noch etwas unter den Weihnachtsbaum legen wollen.

Ich habe mal überlegt, was das Familiensystem eigentlich so dazu „sagt“.

Es gibt dort die Regel vom Ausgleich zwischen Geben und Nehmen.

Jedes Geschenk fordert sozusagen ein gleichwertiges Gegen-Geschenk.

Es ist schon klar, dass Kinder das zumindest auf finanzieller Ebene nicht leisten können.

Aber vielleicht werden gerade Kinder mit zu vielen Geschenken im System überfordert.

Sie haben zwar eine Ahnung, dass sie im Grunde etwas zurückgeben sollten, weil Kinder dafür ein feines Gespür haben. Aber sie wissen eben auch ganz genau, dass sie nicht in der Lage sind, einen echten Ausgleich für Lego im Wert von € 100,- und noch anders on Top zu leisten.

Vielleicht ist das der Grund, warum es an Weihnachten auch regelmäßig so viel Streit gibt.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum so viel Spielzeug am Ende unbeachtet in der Ecke liegt. Denn wenn es ignoriert wird, muss womöglich auch kein Ausgleich geschaffen werden.

Vielleicht ist in diesem Fall weniger wirklich mehr.

Ich weiß, dass viele Eltern gerne viel schenken. Es ist ein Ausdruck von Liebe und manchmal auch ein Ausgleich dafür, dass sie nicht so viel Zeit für die Kinder haben, wie sie gerne hätten.

Aber trotzdem könnte die Regel vom Ausgleich zwischen Geben und Nehmen ein wenig nachdenklich machen.

Was möchten Sie denn wirklich schenken?

Und was möchten Sie denn wirklich bekommen?

Ich denke, es ist die Zeit wert, sich darüber jetzt Gedanken zu machen, statt nach Geschenken für die ganze Familie zu jagen.

Natürlich habe ich auch dazu ein paar Klopfsätze.

Auch wenn ich gelernt habe, dass riesige Haufen von Geschenken ein Ausdruck von Liebe sind, bin ich völlig okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, auf den Ausgleich von Geben und Nehmen zu achten.

Auch wenn ich immer geglaubt habe, dass die Menge an Geschenken direkt mit der Menge an Liebe zusammenhängt, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, auch die andere Seite der Überforderung zu sehen.

Auch wenn ich den Rummel um Geschenke noch nie mochte, und trotzdem immer wieder mitgemacht habe, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, den Ausgleich von Geben und Nehmen im Blick zu haben und meine Geschenk-Gewohnheiten zu verändern.

Sie sind dran:
Wie geht es Ihnen wenn Sie an Weihnachtsgeschenke denken?
Wie fühlt es sich an, Geschenke zu machen und zu bekommen?
Was hat sich nach dem Klopfen geändert?
Was möchten Sie in Zukunft verändern?
Schreiben Sie einen Kommentar!

Bildquelle: F. Möbius

PS: Hier im Blog kann ich immer nur ganz allgemeine Themen besprechen und vorstellen. Wenn Sie aber bei einem tieferen Thema alleine nicht weiterkommen, dann schreiben Sie mir eine Email. Wir besprechen dann, wie ich Ihnen dabei helfen kann.

PPS: Im Newsletter finden Sie jeweils passend zum Blogthema eine ausformulierte Klopfrunde. Sie können sich über das Formular oben rechts dafür anmelden.
Falls Sie meinen Blog über Ihr Handy lesen und das Formular nicht sehen können, folgen Sie diesem Link: Anmelden für den Newsletter.

PPPS: Im Dezember machen Blog und Newsletter Pause. Ab Januar geht alles wie gewohnt weiter.

Veröffentlicht unter Familienstellen | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Weihnachtszeit mit der Familie

Weihnachtszeit

Weihnachtszeit

Am Sonntag ist erster Advent.

Der Beginn von Besinnlichkeit und Kerzen, von Lichterketten und Weihnachtsmärkten. Das Fest der Liebe kommt auf uns zu.

Und das ist familientechnisch oft ein Problem.

Zu Weihnachten soll es ja friendlich zugehen. Und voller Freude und so.

Da haben wir oft recht hohe Ansprüche, und das führt zu Stress, denn natürlich gibt es in einer Familie immer Reibungspunkte. Und oft genug fühlt sich jemand zurückgesetzt oder ungerecht behandelt, oder übergangen…

Es hilft vielleicht, sich dann an die drei Hauptregeln des Familiensystems zu erinnern:

1. Alle gehören dazu. Egal was passiert ist.
2. Es gibt eine Ordnung in der Familie. Jeder hat seinen Platz.
3. Der Ausgleich von Geben und Nehmen

Achten Sie darauf, wenn es in der Familie knirscht. Wird wirklich jeder respektiert? Steht jeder am richtigen Platz, oder gab es da einen Rollentausch oder zwei? Und stimmt der Ausgleich von Geben und Nehmen?

Vielleicht könnten Sie da sogar ein bisschen helfen und Dinge wieder zurechtrücken.

Und ganz untendrunter, sozusagen als Fundament des kompletten Systems gibt es tatsächlich Liebe. Einfach so, Liebe.

Auch wenn es sich nicht so anfühlt.

Aber achten Sie mal darauf. Schauen Sie mit den Augen der Liebe – das ist eine innere Einstellung, die Ärger, Traurigkeit oder Enttäuschung für eine Weile ablegt und so tut, als wäre da nur Liebe. Jeder kann das für ein paar Minuten, und danach dürfen Sie Ihren Ärger und alles andere auch wieder zurück haben.

Es ist nur sehr interessant, wenn man eine Familiensituation mit Liebe betrachtet. Wenn man für eine Weile annimmt, dass Liebe da ist, auch wenn sie vielleicht unter Gefühlsgewohnheiten verborgen ist. Sogar in sich selbst.

Und das ist es vielleicht, was die Weihnachtszeit wirklich ausmacht: Sich für die Liebe zu öffnen.

Versuchen Sie es. Bringen Sie sich mit Lichtern und Keksen in eine friedliche, entspannte Stimmung und lassen Sie dann die Liebe zu.

Es könnte interessant werden.

Auch wenn ich mir gar nicht vorstellen kann, dass in meiner Familie so viel Liebe untendrunter läuft, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt einmal genau hinzuschauen.

Auch wenn Weihnachten normalerweise gruselig ist, bin ich okay so wie ich bin, und ich entscheide mich jetzt, dieses Jahr auf die Liebe zu achten.

Auch wenn ich selbst gar nicht unbedingt so viel Liebe für meine Familie empfinde, bin ich okay so wie ich bin, und ich gebe mir jetzt die Erlaubnis, die Liebe zu sehen und vielleicht auch zu spüren.

Sie sind dran:
Wie geht es Ihnen wenn Sie sich der Liebe öffnen?
Wie fühlt es sich an, in der eigenen Familie Liebe zu sehen?
Was hat sich nach dem Klopfen geändert?
Was möchten Sie in Zukunft verändern?
Schreiben Sie einen Kommentar!

Bildquelle: F. Möbius

PS: Hier im Blog kann ich immer nur ganz allgemeine Themen besprechen und vorstellen. Wenn Sie aber bei einem tieferen Thema alleine nicht weiterkommen, dann schreiben Sie mir eine Email. Wir besprechen dann, wie ich Ihnen dabei helfen kann.

PPS: Im Newsletter finden Sie jeweils passend zum Blogthema eine ausformulierte Klopfrunde. Sie können sich über das Formular oben rechts dafür anmelden.
Falls Sie meinen Blog über Ihr Handy lesen und das Formular nicht sehen können, folgen Sie diesem Link: Anmelden für den Newsletter.

Veröffentlicht unter Deutsch | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Erkältungen – Familienstellen

Familie

Familie

Unser Familiensystem hat einen einzigen, fundamentalen Zweck: Sich selbst aufrecht zu erhalten. Dafür „unternimmt“ es Einiges, und das ist nicht immer zum Guten aller Beteiligten.

Heute habe ich mir ein Beispiel ausgedacht, mit dem ich Sie anregen möchte, genauer hinzuschauen, wenn in der Familie immer wieder dieselbe Krankheit auftaucht, oder ein Kind immer wieder krank ist.

Die kleine Lisbeth ist ständig erkältet. Auch nach dem typischen ersten Kindergartenjahr hat sie immer wieder wochenlang Husten und Schnupfen. Besuche beim Arzt sind häufig, aber eine richtige Ursache konnte nicht festgestellt werden. Auch Allergietests bringen keine neue Erkenntnis.

Inzwischen dreht sich der Alltag vor allem um Lisbeth. Jede Woche gibt es Termine, morgens und abends muss die Kleine inhalieren, was zu viel Stress führt. Außerdem ist Lisbeth ist inzwischen in einem Waldkindergarten angemeldet, zu dem sie ihre Mutter jeden Tag eine halbe Stunde fährt, damit der Aufenthalt an der frischen Luft sie abhärtet – aber nichts hilft.

Erst als Lisbeths Mutter auf Drängen ihres Kinderarztes mit Lisbeth zu einer Psychologin geht, passiert etwas Entscheidendes: Als die Therapeutin Lisbeths Mutter nach dem Zustand ihrer Beziehung fragt, fließen Tränen.

Vater und Mutter leben inzwischen vor allem neben einanderher, auch weil die Versorgung von Lisbeth so viel Zeit und Kraft kostet. Aber eigentlich geht das schon länger, und Lisbeth’s Mutter ist traurig und verzweifelt, weil sie ihren Mann sehr liebt, aber kaum noch Zeit findet, ihre Beziehung zu leben.

Die nächsten Sitzungen finden ohne die kleine Tochter statt, aber gemeinsam mit dem Vater. Und allmählich finden die beiden Erwachsenen zu einer befriedigenden Partnerschaft zurück. Zu ihrem Erstaunen bessert sich gleichzeitig der Zustand von Lisbeth.

Was ist hier passiert?

Lisbeth war die Symptomträgerin in einem Familiensystem, in dem ein Bereich aus dem Gleichgewicht geraten war. Durch ihre Symptomatik wurde das Familiensystem stabilisiert, die Krise auf der Paarebene war vollkommen verdeckt. Natürlich war das keine Lösung – aber Familiensystem funktionieren eben nicht logisch.

Erst als die Paarebene endlich in den Blick gerückt wurde, und Lisbeths Eltern ihre Beziehung wieder mit Leben gefüllt haben, wurden Lisbeths Symptome nicht mehr gebraucht. Und so konnte die Kleine ihre ständigen Erkältungen ablegen.

Natürlich ist das wieder ein konstruierter Fall mit einem idealen Ausgang.

Aber es lohnt sich, die Familie einmal unter diesem Blickwinkel zu betrachten, wenn sich Krankheiten häufen. Läuft es in der Familie auf allen Ebenen gut? Befinden sich alle auf ihren Positionen in der familiären Ordnung? Gibt es Geheimnisse?

Familiensysteme sind unglaublich spannend und faszinierend. Und es lohnt sich, die Dynamik dahinter zu sehen und zu verstehen.

Dafür gibt’s jetzt ein paar Klopfsätze:

Auch wenn ich Familiensysteme fies und verwirrend finde, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, einfach zu beobachten was passiert und zu wissen, dass Symptomträger selten das echte Problem sind.

Auch wenn es irgendwie erschreckend ist, dass die Symptomträger in einem System vom echten Problem ablenken, um das System zu stabilisieren, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, genau hinzuschauen und zu sehen, wo dieses Muster läuft.

Auch wenn es so gemein ist, dass ein Familiensystem kleine Kinder benutzt, um sich zu stabilisieren, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, zu sehen wo das passiert, damit in meinem System keine Kinder leiden müssen.

Sie sind dran:
Wie geht es Ihnen mit der Vorstellung von Symptomträgern?
Wie fühlt es sich an, in der eigenen Familie Muster zu entdecken?
Was hat sich nach dem Klopfen geändert?
Was möchten Sie in Zukunft verändern?
Schreiben Sie einen Kommentar!

Bildquelle: F. Möbius

PS: Hier im Blog kann ich immer nur ganz allgemeine Themen besprechen und vorstellen. Wenn Sie aber bei einem tieferen Thema alleine nicht weiterkommen, dann schreiben Sie mir eine Email. Wir besprechen dann, wie ich Ihnen dabei helfen kann.

PPS: Im Newsletter finden Sie jeweils passend zum Blogthema eine ausformulierte Klopfrunde. Sie können sich über das Formular oben rechts dafür anmelden.
Falls Sie meinen Blog über Ihr Handy lesen und das Formular nicht sehen können, folgen Sie diesem Link: Anmelden für den Newsletter.

Veröffentlicht unter Deutsch, Familienstellen | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Erkältungen – Erwartungen

krank

Krank

Das Blöde – und das Gute – an Erwartungen ist, dass wir bekommen, was wir erwarten. Manchmal ist diese Erwartung aber so tief in uns vergraben, dass wir sie kaum spüren.

Erkältungen sind ein eher harmloses Thema, wo es möglich ist, mit unseren Erwartungen zu spielen und zu üben.

Und wir alle haben schon genug Erkältungen erlebt, so das wir „wissen“ wie sie verlaufen, mit Schnupfen, Husten, Heiserkeit, vielleicht Nebenhöhlenproblemen. Deshalb erwarten wir eben auch den Rest, wenn wir die ersten Anzeichen spüren.

Was wäre, wenn das nicht so sein müsste?

Wenn wir uns statt dessen entscheiden könnten, dass unser Immunsystem wunderbar reagiert und die Erkältung wegarbeitet?

Oder wenn wir uns gleich bei den ersten Symptomen einen Tag Pause gönnen, damit wir die Erkältung gleich am Anfang in den Griff kriegen?

Klingt ungewohnt, oder?

Aber das ist durchaus möglich.

Wir müssen dazu „nur“ die innere Einstellung und die Erwartungen verändern.

Ein Weg dazu geht über das Klopfen. Ich nehme den gerne, weil man mit EFT auch die Erwartungen erreichen kann, die ziemlich tief sitzen.

Probieren Sie es doch hiermit, wenn Sie erwarten, sich in den nächsten Tagen eine Erkältung einzufangen.

Auch wenn ich gerade eine Erkältung kriege und erwarte, eine gute Woche echt zu leiden, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, mein Immunsystem hochzufahren, und die Erkältung gleich jetzt wieder loszuwerden.

Auch wenn ich gerade eine Erkältung kriege und erwarte, dass es so schlimm wird wie immer, bin ich völlig okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, mich gut um mich zu kümmern, damit es weniger schlimm wird.

Auch wenn ich gerade eine Erkältung kriege und erwarte, eine gute Woche zu schniefen und zu husten, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, dass die Erkältung ganz harmlos wird.

Sie sind dran:
Was erwarten Sie für Ihre nächste Erkältung?
Wie häufig erwarten Sie eine?
Was hat sich nach dem Klopfen geändert?
Was möchten Sie in Zukunft verändern?

Bildquelle: F. Möbius

PS: Hier im Blog kann ich immer nur ganz allgemeine Themen besprechen und vorstellen. Wenn Sie aber bei einem tieferen Thema alleine nicht weiterkommen, dann schreiben Sie mir eine Email. Wir besprechen dann, wie ich Ihnen dabei helfen kann.

PPS: Im Newsletter finden Sie jeweils passend zum Blogthema eine ausformulierte Klopfrunde. Sie können sich über das Formular oben rechts dafür anmelden.
Falls Sie meinen Blog über Ihr Handy lesen und das Formular nicht sehen können, folgen Sie diesem Link: Anmelden für den Newsletter.

Veröffentlicht unter EFT | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Erkältungen – Glaubenssätze

Krank

Krank

Wir Deutschen glauben oft, das Erkältungen von Wind oder Zugluft ausgelöst werden. Wie oft musste ich als Kind die Kaputze aufsetzen, damit ich keinen Schnupfen kriege! Und Stirnbänder, die auch die Ohren bedecken, sind wieder richtig in.

Amerikaner glauben eher, dass es einfach die Kälte ist, weswegen man Erkältungen bekommt. Sie mummeln sich also genauso ein wie wir, aber geben Zugluft weniger die Schuld.

Beides stimmt nicht wirklich, sagen Wissenschaftler. Erkältungen werden durch Viren ausgelöst, die von anderen erkälteten Menschen „ausgestoßen“ werden. Man wird sich also im vollen, feuchtwarmen Bus wesentlich leichter eine Erkältung einfangen als auf einem eisigen Spaziergang am Strand.

Dazu kommen dann noch Glaubenssätze über unsere eigenen Widerstandfähigkeit. Wenn wir glauben, dass wir – aus welchem Grund auch immer – anfällig für Erkältungen sind, dann kriegen wir sie auch häufiger. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Gefühlsbarometer – Familiensystem

Gefühlsbarometer

Gefühlsbarometer

Normalerweise erlernen wir unser persönliches Gefühls-Normal-Null in unserer Familie. Es gibt da eine gewisse Bandbreite, aber eine Familie hat in der Regel ein eher einheitliches Gefühlsempfinden.

Das liegt daran, dass Kinder, solange sie klein sind, ganz unbeschwert alles von ihren Eltern annehmen, und davon ausgehen, dass die eigene Familie „normal“ ist. Und oft genug funktioniert das auch einigermaßen.

Schwierig wird das, wenn es in einer Familie zu großen Problemen kommt, und das Gefühls-Normal-Null sozusagen verschoben ist. Das kann in Richtung zu viel Angst, viel Wut oder auch viel Traurigkeit gehen, und das ist eher nicht hilfreich.

Wenn wir aber versuchen, unser Normal-Null zu verändern, weil wir mit dem Zustand unzufrieden sind, dann kommt ein zweites Problem dazu:

Die Loyalität zur Familie oder zumindest einem Elternteil.

Es ist nämlich durchaus eine Möglichkeit, Loyalität und Verbundenheit auszudrücken, indem man dasselbe Normal-Null behält.

Auf diese Weise erklärt sich vielleicht – neben einer genetischen Anfälligkeit – die „Vererbung“ von Depressionen, aber auch Zornigkeit oder Panikanfällen innerhalb eines Familiensystems.

Die wichtigste Frage ist natürlich: Wie kommt man da raus?

Ich versuche in solchen Fällen mit meinen Klienten, die Art wie sie ihre Loyalität zur Familie ausdrücken grundlegend zu verändern. Denn wenn die Familienzugehörigkeit nicht mehr über das Gefühls-Normal-Null ausgedrückt werden muss, dann kann und darf es sich ja auch verändern.

Wir schauen dann gezielt nach anderen Möglichkeiten, eine Verbindung zur Familie zu behalten. Das kann ein bestimmtes Hobby oder Interesse sein, aber manchmal reicht es sogar schon, ein oder zwei Fotos aufzuhängen. Klingt banal, oder?

Dazu kommt dann aber die Klopfarbeit, mit deren Hilfe der alte Glaubenssatz gelöscht wird, dass nur ein ähnliches Gefühlsleben signalisiert, dass wir Teil der Familie sind.

Und dann ist das Gefühls-Normal-Null durchaus veränderbar. Dann dürfen wir glücklicher oder zufriedener sein als der Rest der Familie und trotzdem weiter dazugehören. Und das beste ist: Wir geben auch ein anderes Grundgefühl an unsere Kinder weiter.

Hier sind ein paar Klopfsätze dafür:

Auch wenn ich gelernt habe, dass meine Gefühle genau richtig sind, weil wir uns alle in der Familie so fühlen, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, mich ab sofort anders zu fühlen und trotzdem Teil der Familie zu bleiben.

Auch wenn ich mein Gefühls-Normal-Null an meine Familie angepasst habe, und das vielleicht ein Zeichen meiner Loyalität ist, bin ich okay so wie ich bin, und ich entscheide mich jetzt, diese Loyalität anders auszudrücken und mir ein besseres Gefühls-Normal-Null zu erlauben.

Auch wenn mein Grundgefühl dem meiner Familie entspricht und mich das inzwischen wirklich stört, bin ich okay so wie ich bin, und ich entscheide mich jetzt dafür, mein Gefühl zu verändern und einen anderen Weg zu finden, meine Zugehörigkeit auszudrücken.

Sie sind dran:
Welche Gefühle sind in Ihrer Familie normal?
Wie fühlen Sie sich meistens?
Was hat sich nach dem Klopfen geändert?
Was möchten Sie in Zukunft verändern?

Bildquelle: F. Möbius

PS: Hier im Blog kann ich immer nur ganz allgemeine Themen besprechen und vorstellen. Wenn Sie aber bei einem tieferen Thema alleine nicht weiterkommen, dann schreiben Sie mir eine Email. Wir besprechen dann, wie ich Ihnen dabei helfen kann.

PPS: Im Newsletter finden Sie jeweils passend zum Blogthema eine ausformulierte Klopfrunde. Sie können sich über das Formular oben rechts dafür anmelden.
Falls Sie meinen Blog über Ihr Handy lesen und das Formular nicht sehen können, folgen Sie diesem Link: Anmelden für den Newsletter.

Veröffentlicht unter Persönliches Wachstum | Verschlagwortet mit , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Gefühlsbarometer – Erwartungen

Glücklich?

Glücklich?

Natürlich haben wir jede Menge Erwartungen an unsere Gefühle.

Sie sollen möglichst positiv sein. Wir wollen jeden Tag voller Freude beginnen, so wie es die Werbung für Frühstückmüslis oder Kaffee suggeriert. Voller Energie und mit einem Lächeln – also mit genauso viel Freude – meistern wir anschließend unseren Arbeitstag.

Einkaufen und Haushalt machen dann genauso viel Freude, und abends verbringen wir glückliche Familienzeit mit den Kindern, den Großeltern und vielleicht noch dem Fernseher.

Sind Sie jetzt völlig erschöpft?

Genau. So viel Freude und Glück geht gar nicht.

Aber seien Sie mal ehrlich: Die Erwartung, dass ein guter Tag voller Freude, Glück oder zumindest Zufriedenheit zu sein hat – die wird in den Medien, in Büchern und in unserer Gesellschaft gerne aufrecht erhalten. Und wir sollen uns im Zweifelsfall diese Gefühle „kaufen“.

Die Realität sieht anders aus, und das wissen Sie genauso wie ich.

Wir erwarten meistens einen normalen Tag. Und normale Gefühle. Ein bisschen Freude vielleicht, aber auch Langeweile, Ärger, Stress und ab und an auch etwas Traurigkeit. Und das bekommen wir dann auch in der Regel.

Leider entspricht das eben nicht den Erwartungen, die von außen an uns herangetragen werden.

Und so tun wir eben so als ob, denn wer will schon als Spaßbremse dastehen?

Und ignorieren unsere wirklichen Gefühle.

Und das kostet richtig viel Kraft.

Viel besser ist es, authentisch zu sein. Zu unseren Gefühlen zu stehen, sie auch zu spüren – und sie loszulassen, wenn ihre Zeit vorbei ist.

Natürlich heißt das jetzt nicht, dass Sie ab sofort Ihre Kollegen anschreien sollen.

Aber Sie sollten die Wut zulassen, wenn sie schon einmal da ist, und dann dahinter schauen.

Denn unsere Gefühle sind wichtige Signale an uns. Sie zeigen uns, wenn etwas gut läuft, oder wenn etwas nicht gut läuft. Ob etwas gut für uns ist oder nicht.

Solange wir nur den Erwartungen folgen und so tun als ob, setzen wir unser eigenes Signalsystem außer Kraft.

Besser ist es, eine Balance zu finden, zwischen den eigenen Gefühlen und den Erwartungen der Welt da draußen. Und je näher Sie bei sich sein können, desto besser.

Und das kann man klopfen.

Auch wenn ich gelernt habe, meine Gefühle zu verstecken und nach außen fröhlich zu sein, bin ich okay so wie ich bin, und ich erlaube mir jetzt, genauer hinzuspüren und anzunehmen was ich wirklich fühle.

Auch wenn es totale Gewohnheit ist, nach außen hin fröhlich zu sein, bin ich okay so wie ich bin, und ich entscheide mich jetzt, meine Gefühle ehrlich zuzulassen und ich selbst zu sein.

Auch wenn es mir schwerfällt, nicht den Erwartungen zu entsprechen und auch mal nicht fröhlich zu sein, bin ich okay so wie ich bin, und ich entscheide mich jetzt, meine Gefühle zu würdigen und fließen zu lassen.

Sie sind dran:
Welche Gefühle erwarten Sie von sich selbst?
Wie fühlen Sie sich meistens?
Was hat sich nach dem Klopfen geändert?
Was möchten Sie in Zukunft verändern?

Bildquelle: F. Möbius

PS: Hier im Blog kann ich immer nur ganz allgemeine Themen besprechen und vorstellen. Wenn Sie aber bei einem tieferen Thema alleine nicht weiterkommen, dann schreiben Sie mir eine Email. Wir besprechen dann, wie ich Ihnen dabei helfen kann.

PPS: Im Newsletter finden Sie jeweils passend zum Blogthema eine ausformulierte Klopfrunde. Sie können sich über das Formular oben rechts dafür anmelden.
Falls Sie meinen Blog über Ihr Handy lesen und das Formular nicht sehen können, folgen Sie diesem Link: Anmelden für den Newsletter.

Veröffentlicht unter Persönliches Wachstum | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Gefühlsbarometer – Glaubenssätze

Spannungsnetz der Gefühle

Spannungsnetz der Gefühle

Unsere Gefühlslage ändert sich ständig.

Wenn es draußen regnet, kalt und dunkel ist, dann sind wir vielleicht weniger fröhlich. Nach einer schlechten Nachricht vielleicht traurig. Über einen Erfolg freuen wir us, und manchmal sind wir auch ohne Grund einfach richtig glücklich.

Anders als bei einem echten Barometer und dem Luftdruck, gibt es bei Gefühlen eine Art Spannungsfeld, in dem wir uns bewegen. Und zum Glück sind Gefühle veränderlich.

Trotzdem hat jeder von uns sozusagen ein „Normal-Null“, auf dem wir uns befinden, wenn uns gerade nichts beeinflusst. Und das ist bei jedem Menschen anders.

Man kann sich das Spannungsfeld der Gefühle wie ein unregelmäßiges Spinnennetz vorstellen, mit den extremen Gefühlsausschlägen jeweils in den Ecken. Das Normal-Null könnte dann mehr oder weniger in der Mitte liegen.

Nur ist das ganz selten so.

Wir haben oft ein Normal-Null, das durchaus in einem Gefühl liegt. Hier sind zwei – natürlich konstruierte – Beispiele: Weiterlesen

Veröffentlicht unter Persönliches Wachstum | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Selbstfürsorge – Familiensystem

Ausgegrenzt

Ausgegrenzt

Im Familiensystem gibt es häufig Verstrickungen oder Loyalitätsverbindungen mit anderen Familiensystemen. Meistens beziehen sich diese auf Mitglieder einer vorherigen Generation. Und diese Verbindungen können auch im Bereich Selbstfürsorge wirksam sein.

Ich erfinde mal wieder ein Beispiel:

Sabine achtet sehr auf ihren Körper. Sie treibt Sport, ernährt sich ganz bewusst und würde gerne genauso schlank sein wie ihre Geschwister. Aber es ist wie verhext: Sie nimmt immer wieder zu und bekommt die Pfunde nicht weg. Und sie hasst diese Tage, an denen sie wie unter Zwang Süßes isst. Sie weiß nicht einmal warum ihr das passiert, denn es liegt nicht einmal an besonders viel Stress.

Erst auf einem Familientreffen bekommt sie einen Hinweis. Ein Cousin guckt und guckt und schüttelt immer wieder den Kopf. Schließlich spricht sie ihn darauf an, und er erklärt ihr, immer noch staunend, dass er erst vor Kurzem von einer gemeinsamen Großtante erfahren hat, die sehr zurückgezogen gelebt hat. Und das einzige Bild, das von ihr existiert, sieht Sabine unglaublich ähnlich.

Sabine recherchiert und erfährt mehr über die Großtante und ihr trauriges Schicksal. Sie fühlt eine merkwürdige Verbundenheit und hängt das Bild von ihr in ihrer Wohnung auf. Außerdem beginnt sie, wie die Großtante zu malen. Zunächst bemerkt sie es gar nicht, aber nach und nach lassen die Hungerattacken nach, und Sabine nimmt ab, ohne sonst viel an der Ernährung zu verändern.

Was ist hier passiert?

Ein Familienmitglied war verschollen und nicht mehr im System repräsentiert. Vielleicht wurde die Großtante von ihren Geschwistern sogar absichtlich ausgegrenzt und aus dem Familiensystem gedrängt (was nicht wirklich funktioniert). Weiterlesen

Veröffentlicht unter Familienstellen | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Selbstfürsorge – Erwartungen

Entspannung

Entspannung

Selbstfürsorge kann ganz unterschiedlich aussehen. Und das ist gut so, denn wir sind ja auch alle anders. Trotzdem haben wir natürlich Erwartungen an die Dinge, die wir tun, um uns selbst zu entspannen und gut zu versorgen.

Hier sind zwei Beispiele, die natürlich wieder ein bisschen extrem sind:

Anne hat das Gefühl, sich gut um sich selbst gekümmert zu haben, wenn die Haare gut sitzen, ihre Fingernägel frisch lackiert sind, und sich ihre Füße wieder weich und sanft anfühlen. Außerdem schminkt sie sich jeden Tag und geht nur gut gestylt aus dem Haus. Das ist sie sich wert.

Katrin hat dagegen nur das Gefühl, sich selbst gut zu versorgen, wenn sie jeden Tag ihre Yoga-Übungen macht, regelmäßig meditiert und sich Zeit für Spaziergänge im Wald oder am Wasser nimmt. Seit ihre Freundin einen Burnout erlebt hat, macht sie das ganz bewusst, denn sie hat in ihrem Beruf durchaus viel Stress.

Wer macht es richtig, fragen Sie jetzt vielleicht. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Persönliches Wachstum | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar